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MDK-Ausgaben steigen rasant

Ausgaben MDK steigenAnfang September hat das BSG wieder den Kassensturz der gesetzlichen Krankenversicherung veröffentlicht: Die so genannten KV-45-Zahlen. Im ersten Halbjahr 2014 haben die Versicherungen ein deftiges Minus gemacht: 630 Millionen Euro. Der Juliusturm der GKV fängt zu schmelzen an.

Nicht zu beneiden sind die Presseverantwortlichen im Bundesministerium, die diese Niederlage, ohne zu lügen, als Erfolg verpacken müssen. Dabei haben Sie aber ganze Arbeit geleistet:
[quote style= “boxed” ] “Im ersten Halbjahr 2014 haben die 131 Krankenkassen durch Prämienzahlungen und freiwillige Leistungen Reserven in Höhe von 517 Mill. € an die Versicherten zurückgeführt.”[/quote]

Bitte ein halbherziger Applaus für eine halbe Wahrheit!

Alle Kassen? Nein…

Nicht alle Kassen haben Verluste eingefahren. Wo insbesondere die Ersatzkassen und BKKs ein desaströses Ergebnis nach Hause bringen, geht es zwei Kassen gut: Der AOK und der Bundesknappschaft. Beide haben beachtliche Gewinne gemacht.

MDK-Ausgaben

Es kann natürlich Zufall sein, aber beide Gewinnerkassen sind auch diejenigen, deren Ausgaben  für den Medizinischen Dienst überproportional ansteigen.

Ausgabenentwicklung MDK (c) Medcontroller GmbH

Ausgabenentwicklung MDK (c) Medcontroller GmbH

Noch in den Jahren 2009 bis 2012 folgte die Kostenentwicklung für den Medizinischen Dienst der GKV (dicke schwarze Linie) die Entwicklung des brutto Inlandsproduktes. Das war also normal. Aber dann: 2013 scheren die MDK-Ausgaben nach oben aus.

Die BKKs (orange Linie), die für sich relativ klein sind und sich gemeinhin eng an das Urteil des MDK orientieren, sind bei der Kostenentwicklung auffällig bescheiden. Ganz anders gehen AOK und Knappschaft (resp. grün und blau) die Sache an: 6% und mehr Zuwachs pro Jahr! 2014 scheint sich dieser Trend noch zu verstärken.

Ursache und Wirkung?

Die Tätigkeit des MDK schlicht als “Verhindern von Kassenausgaben” zu beschreiben wäre natürlich ungerecht. Es wäre auch zu einfach, Bilanzgewinne stumpf mit der Tätigkeit des MDK zu verknüpfen. Dennoch…

Es ist ein Schelm, der Böses dabei denkt, oder wie es der Franzose auszudrücken pflegt: Hon y soit, qui mal y pense.

 

Foto: © unpict – Fotolia

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