Griechenland: Medikamente zu teuer
Seit Monaten ist viel von der Rettung Griechenlands die Rede. In dem Zusammenhang wird auch immer wieder auf den drohenden Zusammenbruch des griechischen Gesundheitssystems hingewiesen.
Wir sehen Krankenhäuser im Fernsehen, die kaum noch Medikamente haben und diese nicht mehr einkaufen können. Insbesondere bei Zytostatika, Insulin und Antibiotika ist diese Not beklemmend.
Allerdings scheinen unnötig hohe Medikamentenkosten zumindest ein Teil des Problems zu sein. Die Lösung wäre denkbar einfach, gibt der Verband von Generika- und Biosimilarunternehmen bekannt.
Griechenland nutzt kaum Generika
Die Verbandswebsite Pro Generika berichtet, dass in Griechenland nur 5 % der Medikamente als Generika verschrieben werden. In Deutschland sind das zurzeit 76 %. Wenn man bedenkt, dass Generika ca. zwei Drittel günstiger im Preis sind, liegen erhebliche Einsparungen nahe. Die Medikamentenkosten in Griechenland könnten durch eine Anhebung der Generika-Quote auf 75 % um knapp 50 % gesenkt werden!
Medikamente in Griechenland: OECD
Tatsächlich sind auch laut der OECD die Kosten für Medikamente in Griechenland auffällig hoch. In den nachstehenden Grafiken werden Griechenland mit dem roten und Deutschland mit dem blauen Balken gekennzeichnet.

Griechenland gibt pro Kopf und Jahr 2.329 € aus. Deutschland doppelt so viel. Gesundheitsausgaben in US$ pro Kopf im Jahr 2012 (Quelle: OECD).

Bei den Medikamentenkosten ist dieser Unterschied nur 12 %. Medikamentenkosten in US$ pro Kopf und Jahr für das Jahr 2012. Quelle: OECD
Während in Deutschland nur 14 % der Gesundheitsausgaben für Medikamente anfallen, sind es in Griechenland 25 %. Allein durch eine Änderung des Verschreibeverhaltens könnte der griechische Staatshaushalt anscheinend problemlos 1,15 % des BIP oder 300 € pro Kopf und Jahr einsparen.