2016-D009a „Sonstige” und „nicht näher bezeichnete” Schlüsselnummern

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  • Ursprüngliche Version dieser Kodierrichtlinie: 2003

D009a „Sonstige” und „nicht näher bezeichnete” Schlüsselnummern

Die Resteklasse „Sonstige …” ist dann bei der Kodierung zu verwenden, wenn eine genau bezeichnete Krankheit vorliegt, für die es aber in der ICD-10 keine eigene Klasse gibt.

Die Resteklasse „Nicht näher bezeichnete …” ist dann zu verwenden, wenn eine Krankheit nur mit ihrem Oberbegriff, wie z.B. Katarakt, beschrieben ist und/oder eine weitere Differenzierung nach den Klassifikationskriterien der ICD-10 an entsprechender Stelle nicht möglich ist (siehe Beispiel 3).

„Sonstige” und „nicht näher bezeichnete” Schlüsselnummern bzw. „Resteklassen” haben im Allgemeinen eine spezifische Kennzeichnung.

Auf der vierstelligen Ebene ist die Zuordnung in der Regel wie folgt:

„.0 – .7“spezifische Krankheiten (im Kapitel XIX „Verletzungen und Vergiftungen” wird „.7” häufig für „multiple Verletzungen” verwendet)
„.8“spezifische Krankheiten, die unter „.0 – .7“ nicht klassifiziert sind (oder „sonstige”)
„.9“„nicht näher bezeichnet”

 

Beispiel 1

Vierstellige Subkategorie
Unterteilung der Schlüsselnummern
L50.-UrtikariaKategorie
L50.0Allergische UrtikariaSpezifische Subkategorie
L50.1Idiopathische UrtikariaSpezifische Subkategorie
L50.2Urtikaria durch Kälte oder WärmeSpezifische Subkategorie
L50.3Urticaria facticiaSpezifische Subkategorie
L50.4Urticaria mechanicaSpezifische Subkategorie
L50.5Cholinergische UrtikariaSpezifische Subkategorie
L50.6KontakturtikariaSpezifische Subkategorie
L50.8sonstige Urtikaria

Urtikaria:

  • chronisch
  • rezidivierend periodisch
anderenorts nicht klassifizierte Urtikaria
L50.9Urtikaria, nicht näher bezeichnetunspezifische Subkategorie

 

Gelegentlich werden die zwei Resteklassen „.8” und „.9” in einer Schlüsselnummer kombiniert und beinhalten sowohl „sonstige” als auch „nicht näher bezeichnete” Zustände.

Auf der fünfstelligen Ebene ist die Zuordnung nicht einheitlich.

Die Resteklassen dürfen nicht verwendet werden, um Diagnosen „aufzufangen”, die scheinbar nicht anderenorts klassifiziert sind. Die ICD-10-Verzeichnisse sind zu verwenden, um die korrekte Schlüsselnummer-Zuordnung zu bestimmen (s.a. DKR D013 Im Systematischen Verzeichnis verwendete formale Vereinbarungen und DKR D014 Im Alphabetischen Verzeichnis verwendete formale Vereinbarungen).

Wenn eine Bezeichnung benutzt wird, die nicht in den ICD-10-Verzeichnissen auffindbar ist, sind darin verfügbare alternative Bezeichnungen zu prüfen. Sofern keine andere Beschreibung zur Verfügung steht, ist für die Verschlüsselung eine der folgenden Strategien anzuwenden:

Beispiel 2

Diagnose:Leukoplakie am Augenlid
Kode:H02.8Sonstige näher bezeichnete Affektionen des Augenlides


Es gibt im Alphabetischen Verzeichnis unter Leukoplakie keinen Unterbegriff „Augenlid”. Deshalb muss unter dem Begriff „Krankheit” nachgeschlagen werden. Dort findet man:

Krankheit
– Auge, Augen- H57.9
– – Lid- H02.9
– – – näher bez. a.n.k. H02.8

Da die Leukoplakie eine „näher bezeichnete Krankheit” ist und im Alphabetischen Verzeichnis ein entsprechender Hinweis angegeben ist, ist H02.8 die korrekte Schlüsselnummer.

 

Beispiel 3

Diagnose:37 Jahre alter Mann mit subluxierter Katarakt
Kode:H26.9Katarakt, nicht näher bezeichnet


Im Alphabetischen Verzeichnis gibt es unter Katarakt keinen Unterbegriff „subluxiert” und keinen Untereintrag „- näher bez. a.n.k.”. Deshalb ist H26.9 die korrekte Schlüsselnummer.