2004-1919a Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen und medizinischer Behandlung

Diese Kodierrichtlinie wurde 2005 gestrichen.

1919a Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen und medizinischer Behandlung

Die Kategorien

T80–T88Komplikationen bei chirurgischen Eingriffen und medizinischer Behandlung, anderenorts nicht klassifiziert

in Kapitel XIX der ICD-10-GM stehen zur Kodierung bestimmter Komplikationen zur Verfügung, die in Zusammenhang mit Operationen und anderen Eingriffen auftreten, zum Beispiel Infektionen von Operationswunden, mechanische Komplikationen von Implantaten, Schock usw.

Diese Kategorien sind nur dann zu verwenden, wenn kein spezifischer Kode aus einem anderen Kapitel der ICD-10-GM zur Verfügung steht.

Die meisten anderen Kapitel der ICD-10-GM enthalten Kategorien für Zustände, die entweder als Folge bestimmter Prozeduren oder als Folge der Entfernung eines Organs auftreten (z.B. Lymphödem nach Mastektomie oder Hypothyreose nach Strahlentherapie). Die Ausschlusshinweise zu T80–T88 listen häufig vorkommende Komplikationen auf, die in anderen Kapiteln klassifiziert sind; es sind die Ausschlusshinweise sowohl am Anfang der Gruppe und der Kategorien als auch die Exklusiva unter den verschiedenen Subkategorien zu beachten.

Kodes für die spezifische Verschlüsselung von Komplikationen nach medizinischen Maßnahmen finden sich in den folgenden Kategorien:

E89.–Endokrine und Stoffwechselstörungen nach medizinischen Maßnahmen, anderenorts nicht klassifiziert
G97.–Krankheiten des Nervensystems nach medizinischen Maßnahmen, anderenorts nicht klassifiziert
H59.–Affektionen des Auges und der Augenanhangsgebilde nach medizinischen Maßnahmen, anderenorts nicht klassifiziert
H95.–Krankheiten des Ohres und des Warzenfortsatzes nach medizinischen Maßnahmen, anderenorts nicht klassifiziert
I97.–Kreislaufkomplikationen nach medizinischen Maßnahmen, anderenorts nicht klassifiziert
J95.–Krankheiten der Atemwege nach medizinischen Maßnahmen, anderenorts nicht klassifiziert
K91.–Krankheiten des Verdauungssystem nach medizinischen Maßnahmen, anderenorts nicht klassifiziert
M96.–Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems nach medizinischen Maßnahmen, anderenorts nicht klassifiziert
N99.–Krankheiten des Urogenitalsystems nach medizinischen Maßnahmen, anderenorts nicht klassifiziert

Einige Zustände (z.B. Pneumonie), die postoperativ auftreten können, sind nicht eindeutig als postoperative Komplikation anzusehen und werden deshalb wie üblich kodiert (z.B. mit J15.8 Sonstige bakterielle Pneumonie).

Ein zusätzlicher Kode

Y82.8!Zwischenfälle durch medizintechnische Geräte und Produkte oder
Y84.9!Zwischenfälle durch medizinische Maßnahmen, nicht näher bezeichnet

kann zugewiesen werden, um den Zusammenhang mit einer Prozedur anzuzeigen.

Beispiele

Funktionsstörung nach Kolostomie

K91.4Funktionsstörung nach Kolostomie oder Enterostomie

Hypothyreose nach Thyreoidektomie vor einem Jahr

E89.0Hypothyreose nach medizinischen Maßnahmen

Starke Blutung nach Zahnextraktion

T81.0Blutung und Hämatom als Komplikation eines Eingriffes, anderenorts nicht klassifiziert
Y84.9!
(optional)
Zwischenfälle durch medizinische Maßnahmen, nicht näher bezeichnet

Postoperative organische Psychose nach plastischer Chirurgie

F09Nicht näher bezeichnete organische oder symptomatische psychische Störung
Y84.9!
(optional)
Zwischenfälle durch medizinische Maßnahmen, nicht näher bezeichnet